Information

Serviceangebote

1998 wurde im unteren Geschoss der Bibliothek des Schlosses von Monselice das Antiquarium Longobardo gestaltet. Es handelt sich um ein hoch wissenschaftliches Museum, das einen langobardischen Friedhof beherbergt. Die langobardische Grabstätte wurde ca. 1989 bei archäologischen Forschungsarbeiten auf halber Höhe des Rocca Hügels in Monselice, an der ältesten Befestigungsmauer des Mastio Federiciano entdeckt.
Die Langobarden, ein germanischer Stamm aus Skandinavien, besetzten im Jahre 602 unter ihrem König Agilulf Monselice. Das wird auch von dem berühmten Geschichtsschreiber Paulus Diaconus in „Historia Longobardorum“ bezeugt: „... Langobardi castrum Montis Silicis invaserunt...“ (die Langobarden überfielen die Festung in Monselice). Im Zuge jener Offensive fielen die antiken Byzantinischen Befestigungsanlagen auf dem Rocca Hügel.

Der gefundene Friedhof aus der ersten Hälfte des 7. Jhs. besteht aus fünf Mehrfachgräbern, in denen sieben Körper von langobardischen Kriegern und Kindern beigesetzt wurden.


Die reichen Grabbeigaben bestehen aus Waffen (Spatha, Scramasax, Lanzenspitze und kleinen Messern), einem Schildbuckel und einigen Gegenständen wie Hornkämmen, Gürtelschnallen und Gürtelverzierungen. Ganz besonders interessant ist ein kleines Kreuz aus Blattgold, das in feiner Treibarbeit verziert ist.
Das Museum, dessen pädagogisch gut aufgearbeitete Ausstellung die Besichtigung äußerst lehrreich und interessant macht, ist der ideale Ausgangspunkt für einen anschließenden Besuch des Mastio Federiciano auf dem Rocca Hügel.